Fantasie für Viola und Klavier

Die Fantasie für Viola und Klavier ist eine Hommage an Bartók und Ravel, diese beiden so gegensätzlichen Helden und Pioniere der Frühen Moderne. Für mich ist diese Zeit die ästhe-tisch interessanteste und ergiebigste der jüngeren Musikgeschichte – von Stravinskys Feuer-vogel bis zu Ravels Klavierkonzert für die linke Hand. Aus meiner Sicht fand diese Ästhetik ein viel zu frühes Ende in der Zwölfton-Revolution: die Neue Musik entfremdete sich auf Dauer von ihren Hörern, so wie die moderne Lyrik keine Leser mehr findet. Zum Glück ist in der Postmoderne alles möglich, auch ein Stück wie dieses, das so tut, als habe es Schönberg nie gegeben. Während das ernste, erste Thema sich an Bartók anlehnt und das dritte, brilliant-perlende an Ravel, klingt das sehnsüchtige, zweite Thema sogar nach später Romantik – aber wie sonst soll Sehnsucht auch klingen? Und da mir Bartók oft zu düster ist, behält er in der Fantasie auch nicht das letzte Wort. Das Stück endet nach elegischen, dramatischen und wehmütigen Passagen in eben dem ausgelassenem Glück, das ich nun einmal mit Musik und mit dem Leben verbinde. Die Uraufführung der Fantasie fand statt am 20.6.94 im Forum Junger Komponisten in Hamburg, mit Hanno Felthaus an der Viola, der sie wunderschön gespielt hat. Zum Glück gibt es eine Aufnahme davon, die hier zu hören ist.

Erscheint im Sommer 2015

Preis: 
19,90 Euro