Umoya

Für Blockflötenorchester.
Spieldauer: Zehn bis elf Minuten.

Umoya heißt Wind in Xhosa. Das Blockflötenorchester Nordwind bat mich vor zwei Jahren um ein Stück zum Thema Wind, und von diesem Thema habe ich mich bei der Komposition treiben lassen. Zu Beginn hört man den Wind durch alle Ritzen pfeifen - ich komme aus den Elbmarschen in Schleswig-Holstein, da weht beständig ein Wind vom Meer durch die alten Bauernhäuser und die Pappelalleen. Im ersten Thema sehen wir ein paar einsame Blätter, mit denen der Wind spielt, er weht sie umher, lässt sie durch die Luft fliegen und schweben und wieder auf den Boden fallen, immer mehr Blätter werden es, unser berühmtes, goldenes Herbstlaub. Plötzlich kommt es zu einer Art Tanz; die Klangwelt des französischen Impressionismus weicht meinen geliebten afrikanischen Rhythmen und Harmonien - irgendwo wird offenbar ein Fest gefeiert. Dann wird es plötzlich wieder still, wir hören noch einmal den Wind pfeifen, und dann kommt der schwelgerische Teil des Stückes - eine Erinnerung daran, wie gemütlich es war, als Kind am Fenster zu stehen und dem Wind zuzusehen, wie er durch die Bäume geht, oder im Bett zu liegen und ihm dabei zuzuhören. Für uns an der Küste hat der Wind eine ganz besondere Bedeutung: er treibt die Segel der Schiffe an, die uns in die Ferne tragen, ans andere Ende der Welt.
Ich danke dem Blockflötenorchester Nordwind für den Auftrag und die tolle Uraufführung am 24.6.2017 in Hamburg, Antje Susanne Kopp für die Idee mit den Windgeräuschen, Tom Beets, Joris Van Goethem, Maya Schröder, Walter Koester-Stölting und Axel Bodendieck für Korrekturvorschläge und John Tyson und Caillan Crowe-McAuliffe für die Hilfe bei der englischen Übersetzung. Möge das Stück sich wie der Wind verbreiten! Ich mag es jedenfalls sehr.

Seitenanzahl: 
24
Preis: 
39,90 Euro